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Schwer verletzter Libyer wird an der Nahe kostenfrei operiert

Bad Kreuznach - Seit drei Wochen wird ein schwer verletzter Libyer im Krankenhaus der Kreuznacher Diakonie kostenfrei behandelt. Er hat eine Odyssee hinter sich und ist von einem tragischen Schicksal schwer gezeichnet.

Das Team des Diakonie-Krankenhauses in Bad Kreuznach kümmert sich rund um die Uhr um ihren schwer verletzten libyschen Patienten.
Von Beruf Taxifahrer, war er während der Straßenkämpfe in Libyen von einer Granate getroffen worden. Er konnte sich aus dem Fahrzeug retten, bevor es explodierte. Schwer verletzt und übersät mit Granatsplittern wurde er über Umwege zur medizinischen Versorgung zunächst nach Tunesien gebracht.
 Dort stellte sich das ganze Ausmaß der Verletzung heraus: Neben verschiedenen Knochenbrüchen an den Armen war vor allem das Gesicht zerfetzt worden, das rechte Auge sofort verloren.
Auf der Suche nach einer Spezialklinik für Plastische Chirurgie bat der Verein „Ärzte in Deutschland für Libyen“ Dr. André Borsche um Mithilfe. Als humanitären Beitrag der Diakonie erklärte sich der Verwaltungsdirektor des Krankenhauses, Winfried Mottweiler, bereit, die Behandlung finanziell zu ermöglichen. Dann dauerte es aber noch mehrere Wochen, bis die Formalitäten der deutschen Botschaft erfüllt waren.
„Ärzte in Deutschland für Libyen“ übernahm dann den Flug und Transport des Patienten bis nach Bad Kreuznach. Inzwischen waren die Gesichtswunden zwar schon etwas geheilt, aber leider stark infiziert, und das Schlimmste stellte sich gleich bei der augenärztlichen Untersuchung in der Praxis von Dr. Schmidt heraus: Auch das äußerlich vermeintlich unverletzte linke Auge war schon fast blind. Die Uniklinik in Mainz bestätigte die irreparable Splitterverletzung und damit die vollständige Erblindung des Patienten.
Mehrere Operationen waren erforderlich, bis viele Granatsplitter entfernt waren und endlich die Hauttransplantate die Wundinfektionen überlebten. Oberärztin Dr. Petronela Monticelli-Mayer sowie das Ärzte- und Pflegeteam der Station 6 C hatten alle Hände voll zu tun, um den Patienten zu versorgen. Glücklicherweise wurden sie von dem syrischen Medizinstudenten George Farah unterstützt, der gerade ein Praktikum in der Abteilung für plastische Chirurgie macht und sich sofort als Dolmetscher engagierte.
Noch sind alle Operationswunden sehr frisch, und der Gesundheitszustand des Patienten ist immer wieder labil. Jörn Brom aus Darmstadt, der schon seit langem mit den Plastischen Chirurgen in Bad Kreuznach zusammenarbeitet, führt kostenfrei eine künstliche Gesichtsprothese durch, bei der das rechte Auge mit Lid und Augenbraue rekonstruiert wird.

 

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